Ein Alleingang bringt unser Land in der Verkehrspolitik – insbesondere in der Verkehrsproblematik des Liechtensteiner Unterlandes – nicht weiter. Das Hauptübel: Die Verbindung der Rheintalautobahn A 14 und der schweizerischen Autobahn N 13 mit durchschnittlich 12’000 LKW und PKW auf der längst möglichen Strecke von 12,5 km über das Liechtensteiner Unterland. Das kann für die Menschen im Unterland doch keine Zukunftsvision sein!

Text: Johannes Kaiser, Landtagsabgeordneter

Bereits heute ist das Bild, das sich diesbezüglich zeigt, alarmierend. Und es wird sich in den nächsten Jahren noch drastisch verschärfen. Die PKW und Lastfahrzeuge verlassen in Frastanz die österreichische Rheintalautobahn, schlängeln sich durch die Stadt Feldkirch, steuern auf Schaanwald zu, um auf diesem einzigen derzeit lukrativen Strassenkorridor via Nendeln –  Eschen – Bendern – nach Haag zur Einfahrt in die schweizerische Autobahn zu gelangen. Hier spreche ich erst vom Transitverkehr, dazu gesellt sich der Arbeitsverkehr bzw. Pendelverkehr – und natürlich der sogenannte «hausgemachte» Verkehr. Die EinwohnerInnen von Schaanwald sind somit doppelt gestraft, da zahlreiche Pendler via Nendeln zu den Wirtschaftszentren ins Oberland fahren und Schaanwald die Durchgangsschleuse bildet.

Johannes Kaiser, Landtagsabgeordneter

 Es ist es absolut unverständlich, dass die Regierung das pfannenfertige Verkehrsschlaufen-Projekt im Zentrum von Schaanwald seit Jahren negiert.

Verkehrsschlaufe im Zentrum Schaanwald blockiert
Da es keinen «wundersamen Wurf» gibt, der die Verkehrsproblematik im Liechtensteiner Unterland mit einem Schlag löst, ist es dringend angezeigt, dass in den verkehrsgeplagten Gemeinden mit lokalen Projekten eine Verkehrsentlastung für die Bevölkerung erreicht wird. So ist es absolut unverständlich, dass die Regierung das pfannenfertige Verkehrsschlaufen-Projekt im Zentrum von Schaanwald seit Jahren negiert. Zudem würde dieses Projekt noch weniger Kosten verursachen, als die neu geplante Fuss- und Radwegbrücke «Vaduz-Sevelen» mit 5 Millionen Franken.

Es geht nur mit gemeinsamen regionalen Strategien
Dass die Stadt Feldkirch ebenfalls im Verkehr versinkt, ist eine logische Folge, da die Transitachse eben von Frastanz – Feldkirch – via Schaanwald nach Haag führt. Feldkirch schaut lokal auch nur auf sich und so ist die «Tunnelspinne» in Feldkirch die naheliegendste Lösung. Fakt ist jedoch, dass dann die Verkehrskanalisierung noch viel verschärfter und bedrohlicher auf Schaanwald und damit auf das Unterland zugespitzt ist. In allen anderen Bereichen wird international zusammengearbeitet, nur in Verkehrsfragen NICHT. Es liegt auf der Hand – und es ist nur logisch – dass die Rheintalautobahnen Österreich und Schweiz in längerfristiger Zukunft nicht über die weiteste Strecke von über 12.5 Kilometer über das Liechtensteiner Unterland verbunden werden können, sondern an der engsten Stelle – etwas nördlich von Feldkirch – bei der schmalsten Stelle mit 2,5 Kilometer.

Illustration: Medienbuero

Die Regierung in Vaduz ist es der Unterländer Bevölkerung schuldig, diesbezüglich regional mit Vorarlberg und dem Kanton St. Gallen politisch ernsthafte Verkehrs-Strategie-Planung aufzunehmen.

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