Liechtensteins Banken gehören zu den am besten kapitalisierten Banken Europas

Die lie-zeit im Gespräch mit Urban Eberle, dem CEO der Bank Alpinum, Vaduz

0
1049
Bank Alpinum, Vaduz, Liechtenstein. Foto: Paul Trummer

Die Bank Alpinum AG wurde 2001 gegründet und ist vorwiegend im Anlageberatungs-und Vermögens-Verwaltungsgeschäft für private Kunden mit höchsten Ansprüchen tätig. Sie wird vom Liechtensteiner Urban Eberle erfolgreich geführt. Interview: Herbert Oehri

lie:zeit: Herr Eberle: Sie sind CEO der Bank Alpinum in Liechtenstein. Was sind Ihre Kernkompetenzen und wie verkraftet Ihre Bank den Transformationsprozess der Finanzwirtschaft?
Urban Eberle: Die Bank Alpinum als kleine, dynamische Privatbank kann mit dem besagten Transformationsprozess gut umgehen, da wir uns seit Beginn unseres Bestehens immer mit den Wandel des Finanzplatzes und einer zunehmender Regulation auseinandersetzen mussten. Dies ist auch meine Hauptaufgabe als CEO, die Bank sicher und erfolgreich durch alle Herausforderungen zu manövrieren und aufkommende Wachstumschancen zu erkennen und zu nutzen. Meine Wurzeln liegen jedoch in der Kundenbetreuung, weshalb ich sehr gerne einige Kunden noch persönlich betreue, was mir sehr am Herzen liegt. 

Wie stehen die Chancen für die Bank Alpinum in der näheren Zukunft?
Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt und haben mit dem Bezug des neuen Bankgebäudes an der Austrasse 59 in Vaduz im letzten Jahr auch Raum geschaffen, uns personell weiterzuentwickeln und unseren Kunden alle wichtigen Bankdienstleistungen anbieten zu können. Unsere Kernkompetenzen liegen in der professionellen Vermögensverwaltung sowie in der Anlageberatung, welche auch in der heutigen Zeit noch die wichtigsten Standbeine unserer Bank sind. Jedoch möchten wir uns nicht darauf ausruhen, sondern arbeiten immer an neuen Geschäftsfeldern und der Weiterentwicklung unserer Kompetenzen. Diversifikation ist in der heutigen Zeit wichtig; jedoch darf man sich dabei nicht aus den Augen verlieren.

Man hört in der Öffentlichkeit oft, dass nicht alle Banken in Liechtenstein eine Überlebenschance hätten? Stimmen Sie dem zu?
Der Markt ist sicherlich härter umkämpft als früher und auch wir erhalten regelmässig Übernahmeangebote. Das Vertrauen und Committment der Aktionäre sowie des Managements haben deshalb einen hohen Stellenwert, wenn es um das Fortbestehen von Banken geht. Dass Finanzintermediäre verschwinden hat nicht nur mit dem allgemeinen Wandel sondern leider oftmals auch mit Missmanagement und Fehlern in der Vergangenheit zu tun. Natürlich spielen auch Rentabilität und Kostensenkung eine grosse Rolle. Dass es weitere Konsolidierungen geben wird, kann man nicht ausschliessen. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass Liechtensteins Banken zu den am besten kapitalisierten Banken Europas und weltweit zählen. Dies bringt grosses Vertrauen in den Finanzplatz und die Banken können dank Dienstleistungsfreiheit in sämtlichen EWR- Staaten von internationalen Wachstumschancen profitieren. Ich persönlich habe grosses Vertrauen in das Fortbestehen des Finanzplatzes und vor allem in das der Bank Alpinum.

Liechtensteins Regierungschef Adrian Hasler startete vor einigen Monaten die Initiative «Impuls Liechtenstein», deren Ziel es ist, die Innovationsfähigkeit mit diversen Massnahmen zu verbessern. Wie stehen Sie zu dieser Initiative?
Mit der Initiative unterstützt hat der Regierungschef das Potenzial der Unternehmungen erkannt, Kundenbedürfnisse gezielt zu berücksichtigen und neue Geschäftsideen zu entwickeln und umzusetzen. Innovative Unternehmungen sollen dabei ermutigt werden, in Liechtenstein Fuss zu fassen. Die Wertschöpfung des Standortes Liechtenstein soll durch neue Geschäftsmodelle, Offenheit und Raum für Innovation ausgebaut werden. Adrian Hasler ist mit seiner Initiative dazu bereit, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Eine enge Kooperation von Staat und Unternehmungen ist dabei vorteilhaft und in einem kleinen Land wie Liechtenstein auch gut umsetzbar. Ich denke, dass Liechtenstein hier anderen Staaten einen Schritt voraus ist. So gesehen finde ich die Initiative «Impuls Liechtenstein» eine sehr gute, um den Wirtschaftsstandort Liechtenstein gezielt zu unterstützen und zu fördern.

 

Bank Alpinum, Vaduz, Liechtenstein. Urban Eberle Foto: Paul Trummer
Urban Eberle, CEO der Bank Alpinum in Vaduz. Foto: Paul Trummer

 Der Bildungsstandard in Liechtenstein ist zwar hoch, das Bildungswesen muss jedoch weiterentwickelt werden, damit dies so bleibt.

Sie sind seit Jahren Mitglied des FBP-Präsidiums und engagieren sich speziell für Bildung. Weshalb liegt Ihnen dieses Thema besonders am Herzen?
Da Liechtenstein über keine Rohstoffe verfügt, ist Bildung eines der wichtigsten Güter unserer Gesellschaft. Der Bildungsstandard in Liechtenstein ist zwar hoch, das Bildungswesen muss jedoch weiterentwickelt werden, damit dies so bleibt. Als Vater dreier Söhne habe ich es immer sehr begrüsst, dass man in Liechtenstein auf den Zugang zu einem guten Bildungssystem vertrauen konnte. Mir ist es wichtig, dass dies auch weiterhin so bleibt und dass wir weiterhin in unsere Kinder und Schulen investieren und somit die Grundsteine für eine erfolgreiche Zukunft für Liechtenstein legen.

Würde es Sie nicht reizen, die Zukunft des Landes noch aktiver mitzugestalten, zum Beispiel als Gemeinderat oder als Landtagsabgeordneter?
Natürlich bin ich sehr am politischen Geschehen in unserem Land interessiert und deshalb auch im Präsidium der FPB tätig. Allerdings fehlt mir neben Familie und Beruf sowie weiteren Verpflichtungen wie meiner Tätigkeit als französischer Honorarkonsul und Präsident der konsularischen Vereinigung wirklich die Zeit, ein solches Amt gewissenhaft ausführen zu können. Ich bin aber sehr froh, dass es Leute gibt, die sich für ein öffentliches Amt zur Verfügung stellen.

Liechtenstein hat goldene Jahrzehnte hinter sich, entwickelte sich in rasantem Tempo vom Bauernstaat zu einem der reichsten Länder der Welt. Wo sehen Sie das Fürstentum in 20 Jahren?
Ich glaube das gilt nicht nur für Liechtenstein, dass goldene Jahrzehnte hinter uns liegen. So ein rasantes Wachstum werden die westlichen Staaten in den nächsten Jahrzehnten wohl kaum mehr erleben. Allerdings sehe ich Liechtenstein immer noch als globalen Player und bin überzeugt dass Liechtenstein weiterhin eine wichtige Rolle in Bezug auf qualitativ hochwertige Dienstleistungen und Wirtschaftsgüter spielt. Vielleicht müssen wir uns noch etwas mehr öffnen, um Probleme wie Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen.

Herr Eberle, erlauben Sie eine letzten persönliche Frage: Sie sind CEO der Bank Alpinum, FBP-Präsidiumsmitglied, Honorarkonsul von Frankreich in Liechtenstein usw. und mit diesen herausfordernden Aufgaben unter täglichem Stress. Wie entspannen Sie? 
Am liebsten verbringe ich meine freie Zeit mit meiner Familie in der Natur und auch auf Reisen. Auf meinen täglichen Spaziergängen kann ich gut den Kopf lüften und neue Energie tanken. Daneben spiele ich Golf und fahre gerne Ski oder lese ein Buch. Das alles trägt zu meiner Entspannung bei.

 


Bank Alpinum AG

Bank Alpinum, Vaduz, Liechtenstein. Foto: Paul Trummer
Bank Alpinum, Vaduz, Liechtenstein.
Foto: Paul Trummer

Die Bank Alpinum AG ist eine unabhängige Privatbank mit Sitz in Vaduz, Fürstentum Liechtenstein. Sie wurde im Jahr 2000 als NewCenturyBank AG gegründet und tritt seit April 2006 mit dem Namen Bank Alpinum AG auf.

Kerngeschäft der Bank Alpinum AG ist das Anbieten von Dienstleistungen rund um das Private Banking. Dabei werden Dienstleistungen wie Anlageberatung, Vermögensverwaltung sowie das Führen von Konten und Wertpapierdepots für Kunden angeboten. Die Bank arbeitet mit Partnern im In- und Ausland zusammen. Im Weiteren werden unter anderem auch Dienstleistungen wie Steueroptimierungen, Nachlassplanungen, Nachfolgeregelungen und Ähnliches angeboten.

www.bankalpinum.com


KEINE KOMMENTARE