Studie: Das verfügbare Einkommen in Liechtenstein im Vergleich mit der Schweiz

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Eine von der Regierung in Auftrag gegebene Studie an das Liechtenstein-Institut kommt zum Schluss, dass dem Liechtensteiner am Ende des Jahres beim Einkommen mehr Netto vom Brutto bleibt wie in der Schweiz. , Foto: Eibner

 

Vaduz – Die Regierung hat am 19. Januar 2016 die Studie „Das verfügbare Einkommen in Liechtenstein im Vergleich mit der Schweiz“ zur Kenntnis genommen. Die Studie wurde vom Ministerium für Gesellschaft in Auftrag gegeben und durch das Liechtenstein-Institut erarbeitet. Ziel der Studie ist es, auf wissenschaftlich basierten Fakten der Frage nachzugehen, wieviel „Netto vom Brutto“ am Ende des Tages den Einwohnern zur Verfügung steht.

In verschiedenen Arbeitsbereichen des Ministeriums für Gesellschaft, insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen, gibt es immer wieder Diskussionen um die Höhe der Tarife. Oft vorgebrachtes Argument beispielsweise bei Tarifverhandlungen ist, dass die Lebenshaltungskosten in Liechtenstein höher seien als in der Schweiz, was in der Folge höhere Tarife als in der Schweiz rechtfertigen soll. Diese Argumente basieren bisher nur auf Annahmen.

Studie sagt:“ Mehr netto vom Brutto in
Liechtenstein“ als in der Schweiz

Im Gesundheits- und Sozialwesen werden die Preise der Dienstleistungen meist mit der (angrenzenden) Schweiz verglichen. Die Grundlagen für die jeweilige Argumentation wurden bisher mit einzelnen Beispielen hergeleitet, es bestand jedoch das Bedürfnis, die Annahmen wissenschaftlich überprüfen zu lassen. Das Liechtenstein-Institut hat nun im Auftrag des Ministeriums für Gesellschaft eine entsprechende Studie verfasst.

Wesentliche Erkenntnis der Studie ist, dass in Liechtenstein wesentlich mehr «Netto vom Brutto» bleibt als in der Schweiz.

Grösster Einflussfaktor des Unterschieds zwischen der Schweiz und Liechtenstein ist die Steuerbelastung. Diese ist in Liechtenstein wesentlich tiefer als in der Schweiz. Auch die Sozialabgaben sind in Liechtenstein geringer als in der Schweiz und die Transferleistungen sind höher. Die Lebenshaltungskosten hingegen, welche in Liechtenstein teilweise als viel höher vermutet werden, sind praktisch identisch mit denen der Schweiz und vermögen nicht, die Relation zugunsten der Schweiz zu beeinflussen.

Regierungsrat Mauro Pedrazzini erklärt den Zweck der Studie

Mauro Pedrazzini erklärt den Zweck folgendermassen: „Die vorliegende Studie hat weder das Ziel, allfällige Steuererhöhungen oder die Erhöhungen von Sozialabgaben anzukündigen oder zu rechtfertigen. Sie soll zeigen, dass in Liechtenstein erfreulicherweise viel „Netto vom Brutto“ bleibt und dass sich Arbeit lohnt. Zudem soll sie einen fundierten Beitrag in den verschiedenen sozialpolitischen und tariflichen Diskussionen leisten und die Faktenlage in einem bisher noch wenig untersuchten Gebiet darstellen.“

Die Studie kann auf der Homepage des Liechtenstein-Instituts unter Publikationen sowie auf der Homepage des Ministeriums für Gesellschaft unter „Downloads“ heruntergeladen werden.

 

 

 

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