Das Maurer Dialektbuch namens „s’Hundertölferbuach“ vor der Vollendung

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Die Illustrationen bzw. Beistift -Zeichnungen im Dialektbuch stammen von der Maurer Künstlerin Jessica de Zilva, die in London lebt und an der Buchpräsentation am 20.November 2015 im Kulturhaus "Rössle" ihre Werke zum ersten Mal ausstellt.

Der Gemeinnützige Verein für Ahnenforschung, Pflege der Kultur und des Brauchtums Mauren, der in den letzten Jahren durch die Edition seiner fünfteiligen Buchreihe „Menschen, Bilder & Geschichten- Mauren von 1800 bis heute“ aufhorchen liess, gibt im November dieses Jahres ein weiteres Werkt heraus, das sich „ S’Hundertölferbuach vo Mura“ nennt.

Es ist das erste Dialektbuch, das der Ahnenforschungsverein mit Unterstützung von einigen Stiftungen und Spendern auf den Markt bringt. Die Auflage ist beschränkt und eine zweite Edition nicht geplant.

In den letzten eineinhalb Jahren haben sich 40 Personen mit dem Thema der Maurer Mundart befasst und 111 Geschichten aus dem Dorfleben der letzten einhundert Jahre auf „Murer Dialekt“ verfasst. Die Autoren stammen alle aus Mauren/Schaanwald.

Die Geschichten handeln aus dem Gemeindeleben von früher. Der Bogen der Erzählungen reicht von der lustigen, ja oft skurrilen Erzählung bis hin zu Lebensweisheiten oder persönlichen Erlebnissen, die von den 35 Autorinnen und Autoren hervorragend zu Papier gebracht wurden.

Warum ein Dialektbuch?

Diese Frage ist leicht zu beantworten. Die Mundart ganz allgemein geht heute leider wie im Flug verloren und das ist schade. Die junge Generation kennt praktisch keine oder nur noch wenige Dialektausdrücke aus der Zeit ihrer Eltern oder Grosseltern und Vorfahren als unser kleines Land noch stark bäuerlich geprägt war. Mit unserem „Murer Dialektbuach“ können wir wenigstens einen Teil der gebräuchlichsten Ausdrücke in Geschichtsform der Nachwelt erhalten. Zusammengefasst geht es dem Maurer Ahnenforschungsverein vor allem darum, altes und kostbares Sprachgut in unserer schnelllebigen Zeit für spätere Generationen zu bewahren.

Seit mehr als einem Jahr arbeiten wir an der Verwirklichung des Projektes DIALEKT-BUCH. Nun stehen wir kurz vor dem Abschluss. Und es wird, das kann heute schon verraten werden, ein einzigartiges, mit wunderschönen Bleistiftzeichnungen der Maurer Künstlerin Jessica de Zilva aufgelockertes Buch, das 140 Seiten umfasst und in Hardcover herausgegeben wird.

Warum der Name 111er-Buach?

Viele der im Dialektbuch gesammelten Texte schreiben das Leben des 19. Und 20. Jahrhunderts- interessant, aufschlussreich und authentisch. Wir haben das Mundartbuch bewusst „S’Hundertölfer Buach“ betitelt, weil die Zahl 111 eine für Mauren historische Zahl und Bedeutung hat. Die Zahl hängt stark mit Ereignissen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zusammen, als es unseren Vorfahren im ganzen Land und nicht nur in Mauren materiell gar nicht gut ging. Viele wanderten aus, die meisten in die USA. Die zurückgebliebenen Kleinbauern-Familien wollten nicht dasselbe Schicksal erfahren und schotteten sich ab. Sie teilten den Gemeindeboden und die Wälder auf die damals vorhandenen 111 Haushaltungen von Mauren auf. Die Leute wollten keine „Zuwanderer „, es reicht gerade ihnen selbst fürs Überleben. Man ging sogar soweit, den Kirchenbau von 1840-1843 der Personenanzahl auf diese 111 Haushaltungen auszurichten.

Von 1814-1844 durften in Mauren keine weiteren Häuser gebaut werden. Später wurden diese drastischen Massnahmen wieder aufgehoben.

Die Aufteilung des Maurer Rietbodens, die Lebensgrundlage der damals rund 700köpfigen Gemeinschaft, kam aus einer eigenartigen Stimmung heraus zustande. Es herrschte zur damaligen Zeit eine Art Weltuntergangsstimmung mit grosser Perspektivlosigkeit, Depression, Zukunftsängste, keine Impulse weder von Aussen noch von Innen, Europa in Kriegswirren verstrickt, die Fürsten von Liechtenstein als die absolute Macht weit weg im fernen Wien, die das kleine Ländchen im Westen mit Statthaltern (Landesverwesern) regierten, die in der Bevölkerung nicht besonders beliebt waren. Mauren schottete sich gegenüber auswärtigen Bürgern ab, man wollte das vorhandene, das man aufteilte, für sich behalten. Heute fast nicht mehr nachzuvollziehen, zu jener Zeit durchaus verständlich.

In diesen Kontext stellen wir die Dialektbeiträge der vielen Autorinnen und Autoren, die mit viel Geschick und teils auch mit viel Enthusiasmus ihre Geschichte erzählten. Der Inhalt der Beiträge handeln von der Kindheit, Jugend, Schule, Freizeit, Beruf, Zusammenleben der Generationen auf den Höfen, Aussagen von Grosseltern, Vereinsleben, Landwirtschaft, Erlebnisse mit Tieren, Dorforiginale, Dorffeste, Fahrzeuge, Persönlichkeiten, Lebensumstände, Umgang mit Behörden, Naturereignisse, politische Purzelbäume usw.

Vom Vorstand des Ahnenforschungsvereins Mauren haben alle Mitglieder mitgearbeitet. Ihm ist es zu verdanken, dass aus einer einstigen Idee ein herrliches Mundartbuch entstanden ist, das einen besonderen Platz im Gemeindeleben von Mauren einnehmen wird.

Der Vorstand möchte sich aber auch bei den beiden Maurer Damen Jessica de Zilva für ihre herrlichen Kunstwerke und Loretta Federspiel-Kieber für ihr grosses Können bei der Umsetzung in die gleiche Maurer Dialektform aller Beiträge und für die phantasievolle Auslese der geschriebenen Geschichten bedanken.

Heimatabend am 20. November

Im Rahmen eines Heimatabends am 20. November 2015 präsentiert der Verein seine neueste Kreation im Kulturhaus „Rössle“ in Mauren. An diesem Abend werden auch die Dialektbücher an die interessierte Bevölkerung verteilt.

 

Vorzugspreis von 22 Franken

Weil der Gemeinnützige Ahnenforschungsverein von Sponsoren und Stiftungen für die Produktion und Herausgabe dieses einmaligen Werkes finanziell unterstützt worden ist, ist der Verkaufspreis pro  Exemplar mit 140 Seiten und Hardcover-Einband äusserst günstig und sollte bei jeder Person, die den „Murer Dialekt“ selber spricht, versteht oder mit ihm angenehme Erinnerungen verknüpft, einen Platz haben.

Wir haben bei Vorbestellungen den Subskriptionspreis auf CHF 22 festgelegt. Dieser Vorzugspreis gilt noch bis Ende Oktober 2015. Spätere Exemplare kosten dann CHF 33. Die Gesamtauflage ist auf 500 Exemplare limitiert und es sind – das sei verraten – schon viele Exemplare verkauft worden.

Bestellungen nimmt der Gemeinnützige Verein für  Ahnenforschung, Pflege der Kultur und des Brauchtums, Mauren entgegen: Tel. 00423 375’9000, Vera Oehri-Kindle, verlangen oder mail: vera.oehri@medienbuero.li

 

 

 

 

 

 

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